Ein Mord, der keiner sein durfte

Ein Mord, der keiner sein durfte

von

Zeitgeschichte

384 Seiten (broschiert)
Rotpunktverlag

Erscheinungsdatum: 25.08.2011

ISBN: 9783858694621

Der Fall Uwe Barschel und die Grenzen des Rechtsstaates

Ein prominenter Toter, eine Ermittlung und deren Verhinderung – das lange Zeit verbotene Buch des Lübecker Staatsanwalts liegt jetzt vor.

Der Staatsanwalt packt aus

In der Nacht vom 10. zum 11. Oktober 1987 stirbt Uwe Barschel, bis wenige Tage zuvor Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, in einem Hotel in Genf. Selbstmord oder Mord? Das ist die große Frage. Doch die Untersuchungen stehen von Anfang an unter einem schlechten Stern. In Genf wird geschlampt, in Deutschland weigert man sich, überhaupt ein Verfahren aufzunehmen.
Heinrich Wille, Autor dieses Buches, tritt 1992 seine Stelle als Leiter der Lübecker Staatsanwaltschaft an. Er wird mit dem Fall Barschel betraut.
Sein Buch ist ein präziser Bericht über die Ermittlungen, die nationalen und internationalen Verbindungen Barschels, seine teils wenig transparenten Unternehmungen. Und es ist ein Bericht über die Behinderungen der Untersuchung, die Vorenthaltung von Beweismitteln seitens anderer Behörden, die Einmischung der Politik.
Wille hat das hier vorliegende Buch bereits 2007 geschrieben. Doch die Publikation wurde damals von der Schleswiger Generalstaatsanwaltschaft untersagt. Jetzt liegt es vor – das Dokument einer unmög­lichen Ermittlung, das die Grenzen des Rechtsstaates aufzeigt, wie sie im Fall Barschel sichtbar geworden sind.

In Sachen Uwe Barschel
Die Karriere: Dr. Dr. Uwe Barschel machte eine steile politische Karriere, war mit 30 Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein, mit 38 bereits Ministerpräsident.
Die Affäre: 1987 wurde der Gegenkandidat der SPD im Landtagswahlkampf, Björn Engholm, von Barschels Mitarbeiter Rainer Pfeiffer bespitzelt und mittels in die Welt gesetzter gezielter Lügen aufs Übelste diffamiert. Wie weit Barschel unmittelbar dafür verantwortlich war, ist ungeklärt geblieben.
Der Tod: Am 11. Oktober 1987 wird Barschel tot in der Badewanne eines Hotelzimmers in Genf gefunden. War es Selbstmord, getarnt als Mord, um eine Legende zu schaffen, oder war es Mord, getarnt als Selbstmord?
Das Verfahren: 1. Phase: Versäumnisse bei den Ermittlungen in Genf. In Deutschland wird die Aufnahme eines eigenen Verfahrens verweigert. 2. Phase: Im Dezember 1994 bejaht die Lübecker Staatsanwaltschaft unter der Leitung von Heinrich Wille, dem Autor dieses Buches, den Anfangsverdacht des Mordes. Die Ermitt­lungen stoßen auf vielfältige Widerstände und verlieren rasch die Unterstützung der vorgesetzten Dienststellen. Wille gelingt es, ein vorzeitiges Verfahrensende zu verhindern und die Beweise zu sichern, soweit dies noch möglich ist.
Der Mord: Ein Selbstmord Barschels ist für Wille nur noch eine theoretische Möglichkeit, die nicht mit letzter Gewissheit ausgeschlossen werden kann.

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