Vaters Rückkehr

von

Roman

160 Seiten (gebunden)
Hoffmann und Campe

Erscheinungsdatum: 14.09.2011

ISBN: 9783455403480

Rezension von

Verfasst am: 20.09.2011

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Betrug oder echte Liebe zwischen Vater und Sohn?
Fast ein wenig übertrieben erscheint der junge Banker Karl in seiner Lust und Lebensfreude!
Eine junge, hübsche und liebevolle Frau, zwei reizende Töchter und sein Aufstieg in den Vorstand seiner Bank vergolden sein Leben.

Mit überschwänglichen Worten beginnt Alfred Neven DuMont seinen Roman über das Leben eines glücklichen und erfolgreichen Bankers, dem alles zu gelingen scheint.

Den Schilderungen mag man kaum glauben. Wo gibt es ein Leben in Reichtum, Schönheit, Wohlstand und ungetrübten Familienglücks?

Nun, es sollte nicht so bleiben.
Eines Tages nach 13 Jahren Abwesenheit erscheint der tot geglaubte Vater des jungen Helden, und eine Rückwärtsrolle scheint ihren Anfang zu nehmen. Man weiß nicht, woher der Vater kommt, und man weiß nicht, wohin er am Ende geht. Er ist zeitlebens ein Übervater gewesen und ist es heute noch. Überlegen, stark und anziehend für die Frau und Kinder von Karl hängt er sich in dessen Leben hinein. Eine unglückselige Zeit beginnt für diesen, in dem er sich wieder von seinem Vater in den Schatten gestellt sieht, und der frühe Tod der Mutter ein Trauma seiner frühen Kindheit wieder belebt.

Subtil, feinfühlig und hintersinnig entwirft der Autor Neven DuMont das Gefüge einer Vater- und Sohnbeziehung, die von Neid, Eifersucht und Konkurrenzstreben gekennzeichnet war.
Zwei Männer streiten um die Nähe zu Frau und Mutter. Manches scheint alleine dem Missverstehen geschuldet; doch wahr ist, dass Fantasie und Wirklichkeit einander häufig nicht standhalten können. Die Geschichte wirkt aberwitzig und heiter-traurig. Doch gibt es nicht Anhaltspunkte für ähnliche Geschichten aus dem realen Leben?

Alfred Neven DuMont ist weise, klug und lebenserfahren.
Die von ihm aufgezeigten archaischen Strukturen zwischen Vätern und Söhnen sind schon aus der Bibel bekannt. Auch dort sind Väter die mächtigen und überlegenen Rivalen um die Gunst eines ewigen und allmächtigen Gottes.

Mit seiner differenzierten Sozialstudie, die sich spannend, anregend und geheimnisvoll liest, ist dem Autor ein kleines Meisterwerk zwischenmenschlichen Missverstehens und des Ringens um Wahrheit und Frieden gelungen.

Migliedermeinung

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