Es braucht keine großen Städte und blutige Geschichten um den Leser zu fesseln.
Elizabeth Strout erzählt von einem kleinen Ort an der Küste Maines. Man könnte meinen, es wäre ein eher langweiliges Städtchen, in dem nicht viel passiert. Doch auch hier leben Menschen, Menschen mit ihren eigenen Geschichten, Gefühlen, dem eigenen Unglück auch im Kleinen und dem Finden von ein klein wenig Glück.
Olive Kitteridge lebt schon lange in Crosby, hier zog sie ihren Sohn groß und war Lehrerin an der Schule. Sie ist eine facettenreiche Person, die auch reichlich unbequem sein kann, ihre eigene Meinung hat und auch mal aneckt.
Um Olive herum werden ihre Geschichten, die ihrer Familie und anderer Bewohner des Ortes erzählt. Dieses macht die Autorin in einer sehr schönen Erzählform. Es sind keine großartigen, außergewöhnlichen Dinge, eher die alltäglichen, die hier auf irgendwie fesselnde Art und Weise geschildert werden.
Ich musste diesen Roman zügig durchlesen, hier wurde man durch die Sprache der Autorin an die Geschichten gefesselt und fand Großartigkeiten im Alltag, und das auch das Alltägliche ein großer Kampf ist, der den Menschen immer wieder neu fordert und formt.
Ein still und leise fesselndes Buch, deren Erzählungen einen nicht los lassen.
Der Pulitzerpreis muss ja seinen Grund haben!
