Das Duell der Astronomen

von

Historischer Krimi

321 Seiten (broschiert)
Gmeiner

Erscheinungsdatum: 07.03.2011

ISBN: 9783839211380

Rezension von

Verfasst am: 20.11.2011

Bewertung:

  • 4/5 Sterne.

Nach einigen Krimis aus dem Gmeiner Verlag habe ich mir dieses Mal wieder einen historischen Roman vorgenommen. Das Cover, welches ein junges Pärchen vor dem kopernikanischen Weltbild zeigt, ist eher schlicht gehalten, was im Gegensatz zum Buchtitel „Das Duell der Astronomen“ steht. Als Bonus hat der Verlag ein Lesezeichen beigelegt, auf dem noch einmal das Bild vom Cover zu sehen ist.

Der Roman spielt im Jahr 1618 in Frankfurt an der Oder. Der junge Doktor der Astronomie, Darius Degenhardt, bekommt die Möglichkeit, eine Stelle als Hofastronom beim Kurfürsten Johann Sigismund von Brandenburg anzutreten. Zunächst ist der Verfechter des neuen kopernikanischen Weltbilds noch skeptisch, doch die Zweifel zerstreuen sich sehr schnell, als er sich der beruflichen Möglichkeiten bewusst wird, die ihm die Stelle eröffnen würde. Die Vorstellung, seine heimliche Angebetete Anna Krauschnitz verlassen zu müssen, behagt ihm allerdings gar nicht.

Als Darius im kurfürstlichen Schloss zu Cölln ankommt, muss er jedoch feststellen, dass es einen weiteren Bewerber um den begehrten Posten als Hofastronom gibt, den Holländer Corvin van Cron. Die beiden Anwärter erhalten die Aufgabe, innerhalb von 30 Tagen die Bahn eines Kometen zu berechnen. Was Darius nicht weiß: Annas Vater hat seinen Konkurrenten bereits als Heiratskandidat seiner Tochter ins Auge erfasst, denn der junge Degenhardt ist unter dem Stand seiner Tochter und somit kein gern gesehener Gast im Hause Krauschnitz.

Zurück in Frankfurt wird Darius’ Vater, der den Beruf des Druckers ausübt, aufgrund eines Verdachts zur Verbreitung ketzerischer Schriften verhaftet. Dass er der lateinischen Sprache gar nicht mächtig ist, trägt trotzdem nicht zu seiner Entlastung bei. Darius steht vor dem Problem, die Druckerei seines Vaters in der Zeit seiner Abwesenheit weiterzuführen. Hin- und her gerissen, versucht er alles unter einen Hut zu bekommen, was nicht ganz ohne Annas Hilfe klappt. Doch schafft der junge Degenhardt es, all seine Probleme zu lösen? Wird er den Richter von der Unschuld seines Vaters überzeugen können und ihn so vor dem sicheren Tod bewahren? Wird er die Aufgabe der Kometenbahn lösen können, obwohl er sich mit ganz anderen astronomischen Dingen befasst hat und sich somit die Stelle am Hof sichern können? Und kann er seine geliebte Anna für sich gewinnen oder wird sein Kontrahent die Nase vorn haben?

Ich hatte zunächst Bedenken, dass sich der Roman nur mit trockenen astronomischen Fakten befasst. Umso mehr hat es mich gefreut, dass dies nicht der Fall war. Axel Gora bringt zwar ein paar wissenswerte Fakten in seine Geschichte mit ein, aber überfordert seine Leser nicht damit. Der unterhaltsame Teil überwiegt auf jeden Fall und die Verknüpfung von wissenschaftlichen Aspekten mit einer Liebesgeschichte ist dem Autor gut gelungen.

Der Schreibstil ist locker und zu keinem Zeitpunkt habe ich mich gelangweilt. Auch die Figur des Darius ist sehr gut herausgearbeitet – dagegen bleibt die der Anna leider etwas oberflächlich, gerade was die Gefühle angeht. Anna merkt schon recht früh, dass ihr Vater die Absicht hegt, sie mit Corvin van Cron zu vermählen. Meines Erachtens reagiert sie etwas zu gleichgültig darauf, dafür, dass sie eigentlich einen anderen Mann liebt. Auch verschweigt sie Darius die geplante Bekanntgabe ihrer Verlobung auf der Geburtstagsfeier ihres Vaters, zu der auch Darius geladen ist (auf Bitten von van Cron, der sich freut, seinem Kontrahenten eines auswischen zu können). An Annas Stelle hätte ich nicht gewollt, dass Darius es auf diese Art und Weise erfährt. Aber vielleicht war es ja vom Autor so geplant, Anna etwas naiv darzustellen, obwohl sie sonst einen sehr kompetenten Eindruck macht.

Gestört hat mich, dass sich die Ereignisse zum Ende hin förmlich überschlagen und einige Handlungen durchaus etwas konstruiert wirken. Das ist aber das Einzige, was ich bemängeln kann und mich dazu veranlasst, dem historischen Werk von Axel Gora keine fünf Sterne zu geben. Leider kann ich keine halben Sterne vergeben, so dass ich auf „nur“ vier Sterne abstufen muss. Empfehlen kann ich „Das Duell der Astronomen“ jedem, der historische Romane liebt, die einen Hauch von Krimi enthalten und auch die romantische Seite nicht vernachlässigen.

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