Die Zeit, die Zeit

von

Roman

304 Seiten (gebunden)
Diogenes Verlag AG

Erscheinungsdatum: 28.08.2012

ISBN: 9783257068306

Rezension von

Verfasst am: 27.08.2012

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Wahn und Wirklichkeit.

Peter Taler ist konfus. Er hat vor einem Jahr auf schreckliche Weise seine Frau verloren. Seither gilt sein ganzes Sinnen und Trachten der Aufklärung eines Mordes, der vollkommen unmotiviert und unerklärlich seine Frau getroffen hat.

In dem Haus, das dem seinem gegenüber liegt, lebt der alte Knupp, ein achtzigjähriger Mann. Dessen Frau ist bereits seit zwanzig Jahren tot. Er hat sich der Idee verschrieben, dass es „Zeit“ nicht gibt. Alles Vergangene und Zukünftige beruht auf „Veränderung“. Kann man Veränderungen rückgängig machen, so ist auch ein verloren gegangener Zustand wieder herzustellen, und der Tod geliebter Personen ist null und nichtig. In diese Idee weiht er seinen Nachbarn Peter Taler ein und bittet ihn sogar um Hilfe.

Sehr besorgt folgt man dem unglücklichen Peter Taler, der erst 42 Jahre alt ist, bei seinen Versuchen, der Ursache für den Mord an seiner Frau auf die Spur zu kommen. Er beobachtet den alten Mann und sieht, wie auch dieser alles um sich herum minutiös beobachtet und in seinem Garten Bepflanzungen vornimmt, die er anhand von Fotos dem Garten von vor zwanzig Jahren anpasst. Peter kann sich keinen Reim auf dessen Verhalten machen.

Wie immer bei Martin Suter sind die Geheimnisse um seine Täter und Opfer immens. Der Leser spürt lediglich, wie unruhig Peter Taler ist, und wie verworren sich sein Alltag entwickelt.

In einem Verwirrspiel ohnegleichen spielt Martin Suter mit den Zuständen von Wahn und Wirklichkeit. Während der Leser in die Irre geführt wird, geht die Suche nach dem wahren Täter weiter. In einem wahnwitzigen Versuch wird die Vergangenheit durch äußere Veränderungen und Wiederherstellung alter Zustände heraufbeschworen. Man zweifelt am Verstand von Knupp und kann sich des Verdachtes nicht erwehren, dass hier nichts stimmt, weder die Vergangenheit noch die Gegenwart.

Den Überraschungscoup bringt erst das Ende der Geschichte.

Martin Suter beweist erneut seinen Ideenreichtum, mit dem er Kriminalgeschichten erfindet, die geheimnisvoll, surreal und abstrus bis zum guten Schluss durchgespielt werden. Er ist ein Könner im Erfinden makaberer Begebenheiten. Das beweist er Jahr um Jahr mit Neuerscheinungen, die von seiner Anhängerschaft mit Spannung erwartet werden.

Migliedermeinung

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