Die Geheimnisse von Harris Burdick

von

Bildergeschichte

Aus dem Englischen von Henning Ahrens

32 Seiten (gebunden)
Carlsen

Erscheinungsdatum: 01.11.2012

ISBN: 9783551517838

Rezension von

Verfasst am: 11.12.2012

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Surreales in geheimnisvollen Bildergeschichten…

Mit diesen Bildern hat es seine geheime Bewandtnis. Sie wurden eines Tages dem amerikanischen Verleger Peter Wenders von einem Mann überreicht, der sich Harris Burdick nannte.

Er versprach, ihm zu jeder Zeichnung eine Geschichte einzureichen. Doch Burdick tauchte nie wieder auf. So blieben die Zeichnungen liegen, und zuweilen schrieben Kinder ausgedachte Geschichten dazu.

Chris Van Allsburg sah die Zeichnungen und war so fasziniert, dass er sie zur Veröffentlichung an sich nahm. Der besondere Reiz der Darstellungen liegt in den Titeln, mit denen Burdick jede Zeichnung versehen hatte. Allsburg fühlte sich unwillkürlich animiert, sich die passenden Geschichten zu den Bildüberschriften auszudenken. Das geht am Ende jedem Betrachter und auch mir so.

Die Zeichnungen sind von einer merkwürdigen Magie. Sie sind grau in grau gehalten. Teilweise wirken sie surreal und teilweise gruselig, insgesamt aber entseelt. Man kann sich keine Stimme, keinen Atem und keinen Laut zu den Bildern vorstellen.

Da liegt ein Junge im Schlaf. Die Überschrift zu dieser Zeichnung lautet “Archie Smith im Schlaf“ und darunter „eine flüsternde Stimme fragte: ist er das?“

Nun mag man sich die wunderlichsten Geschichten dazu ausdenken.

In einem Raum fliegen hunderte von Vögeln herum und der Text lautet: „Alles begann, als jemand vergaß, das Fenster zu schließen.“

Ein weiteres Bild zeigt eine Nonne, die auf einem Stuhl durch die Kirche fliegt.

Ein schlafendes Mädchen wird gezeigt. Auf ihrem Arm liegt ein Buch mit Kräutern darüber verstreut. „Er hatte sie vor diesem Buch gewarnt. Nun war es zu spät.“

Chris Van Allsburg gilt das Verdienst, die geheimnisvollen Zeichnungen der deutschen Leserschaft 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung in Amerika vorzustellen. Harris Burdick aber blieb verschollen.

Ein seltenes Kleinod hat der Carlsen Verlag damit unter die bibliophilen Leseratten gebracht!

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