Künstlerpech

von

Krimikomödie

306 Seiten (broschiert)
Gmeiner

Erscheinungsdatum: 04.02.2013

ISBN: 9783839213841

Rezension von

Verfasst am: 20.05.2013

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Im Frankenthaler Congressforum ist ein Auftritt des Kurpfälzer Comedians Pako geplant. Doch noch bevor dieser die Bühne betreten kann, gibt es einen Toten.

Ein Bühnenarbeiter wird unter dem umstürzenden Bühnenbild begraben. Was zunächst wie ein Unglücksfall aussieht, stellt sich jedoch schnell als ein Mord heraus. Doch galt dieser Anschlag wirklich dem Bühnenarbeiter oder hat es doch jemand auf den Künstler selber abgesehen?

Im Mannheimer Capitol kann Palzki dann einen weiteren Anschlag vereiteln, der eindeutig Pako galt. Einen Tag darauf wird Palzki Opfer eines tätlichen Angriffs durch den mutmaßlichen Mörder – doch dieser entkommt wieder einmal unerkannt. Einziger Hinweis: An allen Tatorten wurde immer eine unbekannte rothaarige Frau gesehen. Wer hat es auf den Comedian abgesehen und vor allen Dingen warum?

Mit diesem Band aus der Palzki-Reihe ist Harald Schneider die Mischung zwischen Humor und Krimi hervorragend gelungen. Das Hauptaugenmerk liegt definitiv auf der kriminalistischen Handlung und wird dieses Mal nicht vom Humor überlagert. Die Spannung wird durchgängig von der ersten bis zur letzten Seite gehalten – beginnend mit der Auflösung um den Nachwuchs im Hause Palzki. Endlich wissen wir, dass Stefanie …

… zwischenzeitlich entbunden hat. Natürlich kommt Palzki seinen Vaterpflichten auch während der Ausübung seines Berufes gewissenhaft nach und erweist sich in Notsituationen als sehr kreativ, wenn es zum Beispiel ums Improvisieren bei fehlenden Windeln geht.

Die Schauplätze wie das Congressforum Frankenthal oder auch das Capitol in Mannheim sagen mir zwar leider nicht viel, sind aber so gut beschrieben, dass ich mir davon ein sehr gutes Bild machen kann. Besonders die Verfolgungsjagd im Ludwigshafener Pfalzbau hat mir sehr gefallen.

Auch das permanente Imponiergehabe von KPD (Klaus P. Diefenbach), welches schon immense Ausmaße annimmt, ließ mich so manches Mal schmunzeln. Ich entdecke immer wieder gewisse Parallelen zwischen Palzkis Vorgesetzten und dem Vice-Questore Patta von Donna Leon. Gut finde ich, dass Palzki sich nicht alles kommentarlos gefallen lässt, sondern auch ein paar ironische Sprüche zum Besten gibt, die KPD natürlich gar nicht so verstanden hat, wie sie gemeint waren. Mir gefallen diese kleinen Sticheleien, in denen sich wahrscheinlich manch ein Leser wiederfindet, denn wer kennt sie nicht, die eitlen Blender auf der Arbeit, die einem tagtäglich das Leben „versüßen“?! Ich denke in fast jedem Betrieb gibt es zumindest einen dieser Sorte – dumm nur, wenn es wie im Fall unseres armen Palzkis auch noch gerade der Chef selber ist …

Harald Schneider weist in seinem Vorwort explizit darauf hin, dass seine Geschichten frei erfunden sind (das scheinen wohl nicht alle Leser so zu sehen). In diesem Band hat er aber tatsächlich zwei Figuren untergebracht, die es auch im realen Leben gibt. Allerdings hat der Comedian Christian „Chako“ Habekost auch sein Einverständnis gegeben, dem Charakter Pako „Modell“ zu stehen. Ebenso wie Doris Steinbeißer, die nicht nur den gleichen Namen trägt, sondern auch tatsächlich den Beruf der Journalistin ausübt.

Ein dickes Lob an den Gmeiner Verlag möchte ich für das wieder einwandfrei ausgewählte, sehr passende Cover aussprechen. Abgebildet ist ein großer Scheinwerfer, der seinen Strahl auf eine leere Bühne wirft. Sehr stimmig in Verbindung mit der Geschichte und dem Titel. Hier beweist der Verlag eigentlich immer ein gutes Händchen.

In „Künstlerpech“ treffen wir auch wieder auf gute alte Bekannte wie Dietmar Becker und Dr. Metzger mit seiner mobilen Arztpraxis. Wir lernen in diesem Band sogar einen Familienangehörigen von Dr. Metzger kennen und der ist alles andere als begeistert über die bestehende Verwandtschaft. Den nötigen Überblick über die Charaktere in diesem Band verschafft das bereits bekannte Personenglossar am Ende der Geschichte. Und wie bereits in den Vorgängerbänden gibt es auch hier wieder eine Kurzgeschichte und einen Ratekrimi als Bonus.

„Künstlerpech“ ist für mich der beste Band aus der Reihe, den ich uneingeschränkt empfehlen kann, deswegen gibt es von mir gerne fünf Sterne. Für Krimifans (die nicht alles so bierernst nehmen) auf jeden Fall ein Muss!!!

Migliedermeinung

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