Ich bin die Nacht

von

Thriller

398 Seiten (Taschenbuch)
Bastei Lübbe

Erscheinungsdatum: 20.12.2013

ISBN: 9783404169238

Rezension von

Verfasst am: 12.12.2013

Bewertung:

  • 3/5 Sterne.

Der Wolf und der Hirte

Die Leseprobe zu „Ich bin die Nacht“ und das Prequel „Racheopfer“ hatten mich auf einen spannenden Psychothriller hoffen lassen, in dieser Hinsicht wurde ich enttäuscht. Doch worum geht es?

Ort der Handlung ist das fiktive Asherton in Texas: Der Killer Francis Ackerman Jr. ist aus einer geschlossenen Anstalt ausgebrochen (siehe Racheopfer). An einer Tankstelle nimmt er den Polizisten Jim als Geisel und spielt ein perfides Spiel mit ihm: Jim soll seine Ehefrau Emily erschießen, damit die gemeinsame Tochter Ashley überlebt.
Anschließend lernen wir Marcus Williams kennen. Er ist erst kürzlich nach Asherton gekommen und interessiert sich für Maggie, die Tochter des Sheriffs. Obwohl er früher in New York selbst ein Cop war, umgibt ihn ein dunkles Geheimnis. Er ist der Einzige, der sich als ebenbürtiger Gegner Ackermans entpuppt.
Die nächste Person, die Ackerman zum Spielen auffordert, ist die alte Maureen. Aber nicht nur Ackerman spielt seine Spielchen, sondern auch der Sheriff und sein Deputy. Wer ist gut, wer ist böse?
Ethan Cross lässt die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmen. Im Original heißt das Buch „The Shepherd“, der Hirte. Der Sheriff spielt Gott und meint, seine Herde gegen das Böse verteidigen zu müssen. Wohingegen Ackerman sich als „Der Schwarze Mann“ sieht, also eher gemäß dem deutschen Titel „Ich bin die Nacht“.
Der Autor hat aber auch ein Buch geschrieben, das die gängigen Klischees bedient, denn der kleine Francis wurde in seiner Kindheit von seinem Vater als Proband für dessen Psychospielchen missbraucht. Ist doch klar, dass er zum Serienmörder werden musste!
Für meinen Geschmack gibt es in diesem Roman zu viel Gewalt, zu viele Waffen und zu viel Testosteron, auch wenn die Geschichte in Texas spielt. Selbst vor Verschwörungstheorien, angeblich ist ein Mordanschlag auf den Präsidentschaftskandidaten geplant, schreckt der Autor nicht zurück. Sogar eine Mystery-Komponente gibt es, als Ackerman mit einem kaputten Telefon telefoniert.
Außerdem gefällt mir der Erzählstil nicht, zu trivial. Der Autor will wohl manchmal witzig sein, das wirkt dann eher albern. Der Leser kommt sich vor wie in einem B-Movie, einfach nur unterirdisch. Was aber auch an der Übersetzung liegen mag.
Dennoch ließ sich das Buch flott lesen. Für die überraschende Wendung (ab Kapitel 70) präsentiert Ethan Cross letztlich eine trotz allem schlüssige Auflösung. „Ich bin die Nacht“ endet mit einem Cliffhanger, der geradezu nach einer Fortsetzung schreit.
Ich persönlich glaube an das System. Und daran, dass man innerhalb seiner Grenzen agieren muss. Selbst wenn es nicht perfekt ist. Rache und Selbstjustiz sind für mich keine Option! Trotzdem bin ich neugierig, wie es mit den ungleichen Protagonisten Marcus Williams und Francis Ackerman Jr. weitergeht. Auch bin ich sicher, dass sich der Autor noch steigern kann.

Fazit: „Ich bin die Nacht“ ist kein klassischer Serienkillerroman, aber ein typischer, US-amerikanischer Actionthriller mit hohem Tempo und filmreifen Stunts. Für Freunde dieses Genres durchaus lesenswert.

Migliedermeinung

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