London NW

von

Roman

Aus dem Englischen von Tanja Handels

432 Seiten (gebunden)
Kiepenheuer & Witsch

Erscheinungsdatum: 09.01.2014

ISBN: 9783462045574

Rezension von

Verfasst am: 04.01.2014

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Nord-West London mit seinem besonderen Flair.
Nach Zadie Smith’ wunderbarem Roman „Von der Schönheit“, der sich mit der Liebe, der akademischen Welt und den Wirrnissen des Lebens zweier Mischehen beschäftigt hat, haben wir es in ihrem neuen Roman mit den sozial Randständigen und den gesellschaftlichen Verlierern zu tun.

NW steht für „North-West“ London, einem Arbeiterviertel, in denen es den Menschen weder materiell noch mental besonders gut geht. Es ist ein buntes Völkergemisch hier zusammen gekommen: irisch stämmige Männer und Frauen und Karibikeinwanderer.

Leah arbeitet trotz abgeschlossenem Philosophiestudiums in einem Büro als einzige Weiße mit zahlreichen farbigen Frauen zusammen. Ihre große Liebe gilt Michel, ihrem Mann, der sich sehnlichst Kinder wünscht, die sie ihm heimlich verweigert: sie will eigentlich gar keine Kinder sondern immer nur das Liebesleben mit ihrem Michel. Er ist zur Hälfe Algerier und zur anderen Hälfte stammt er aus Guadeloupe und arbeitet als Friseur in einem nahe gelegenen Frisörgeschäft.
Zadie Smith spürt den Wünschen der Bewohner in diesem abgeschotteten Mikrokosmos nach. Man lebt gerne unter sich, und auf den Dinnerpartys bei der farbigen Natalie, Leahs engster und längster Kinderfreundin, die es als einzige zur erfolgreichen Anwältin gebracht hat, langweilen sich Leah und ihr Mann. Sie versuchen ihr eigenes Leben ohne große Störungen von außen zu leben.

Zadie Smith erzählt abgehackt in wechselndem Stil, je nach dem, wessen Geschichte sie gerade erzählt. Verlorene Sätze, die im Nichts enden, Gedichte, Worte, ungewöhnliche Einfälle, – sie entwickelt ihren ganz eigenen Stil. So entstehen Fragmente, die einem erst nach und nach den Inhalt und das Wesen der Romanfiguren erschließen. Atmosphärisch ist die Erzählweise gut nachzuempfinden. Man bekommt einen nachhaltigen Eindruck von dem Milieu und den Zusammenhängen, in denen sich die Personen in ihrem je eigenen Wirkungskreis bewegen. Da gibt es Langeweile, Drogenkonsum, und immer wieder Reflexionen über das wahre Leben. Letztere verstecken sich im Alltagsgeschehen sei es im Supermarkt, auf einem Kinderspielplatz oder im ganz alltäglichen Alltagsleben mit ihren Berufswegen und geheimen Kinderwünschen.

Der Roman ist nicht so leicht zu lesen wie das o.g. Buch über die Schönheit.
Es fehlt ein wenig der rote Faden, der die Geschichte überschaubar zusammenhält.
Eine Multikulti Gesellschaft bietet Atmosphäre, Kurzweil und Einblicke in unterschiedliche Lebensschicksale. So richtig fesselnd war der Roman jedoch für mich nicht.

Migliedermeinung

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