Archanu

von

Fantasyroman

240 Seiten (gebunden)
Ammann Verlag

Erscheinungsdatum: 12.08.2008

ISBN: 9783250601050

Rezension von

Verfasst am: 15.08.2008

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Sehr verwirrend beginnt der Roman über die junge Marie, die sich auf eine Selbstfindungssuche begibt.
Eines Tages erreicht sie das Ziel ihrer Wünsche: sie gelangt in ein Sektendorf im Dschungel, subtropisch, heiß und fremdartig. Sie bekommt einen kleinen Bungalow mit einem farbigen Wächter zugeteilt.

Morgenstadt heißt das imaginäre Dorf, in dem eine seltsame Stille herrscht und fast autoritäre Anordnungen das Zusammenleben regeln. Marie steigt voller Enthusiasmus in die Gemeinschaft ein und ist einigermaßen überrascht über das sonderbare Verhalten der Einwohner. Stumm und vorwurfsvoll empfindet sie die Mitbewohner, und nur zögerlich und fast unhöflich geht man auf ihre Fragen ein. In Gedanken ist sie zu Hause bei ihrem Sektenberater Ganto, der sich vor ihrer Abreise um sie gekümmert hatte, und in den sie sich unmerklich verliebt hatte.

Was führt die junge Frau hierher?

Marie ist offensichtlich eine sensible, labile und hoch intelligente Person. Sie hat die Schule geschmissen und verletzte zu Hause und in der Schule alle Regeln der Vernunft.
Die Leere ihres Daseins hat sie in das Dorf fernab aller Zivilisation getrieben. Hier im gelobten Dorf, eine Art Dschungel-Bioladen wie sie dachte, und in das nur Aufnahme findet, wer sich total im Reinen mit sich fühlt, erhofft sie Erleuchtung. Neben der Selbstfindung in dem einsamen Dorf steht die Wiedergutmachung an der Natur auf dem Programm. Ein Aufforstungsprogramms mit Namen Freedom Forest, in dem sich Aktionisten mit Aussteigermentalität zusammen finden, dient diesem Projekt.
Im Dschungel erfährt Marie merkwürdige Dinge und erkennt allmählich, wie sie in der Sekte abseits der Realität und der Armut, die um das Dorf herum herrscht, ein abgehobenes Eigenleben führt. Merkbare Zeichen lassen auf eine Verschwörung von außen schließen. Die Eingeborenen wollen den reichen Sektengründern an den Kragen.
Mit Assoziationen, freien Einfällen und sehr irrwitzigen realen Handlungen beschreibt Ulla Lenze die Lebensformen einer Gruppierung, deren Mitglieder sich auf die Suche nach Erfüllung und Sinnsuche begeben haben. Subtil und schwebend ist die Erzählweise über die Protagonisten, die auf der Suche nach dem wahren Selbst sind. Marie steht stellvertretend für viele junge Menschen, die an sich selber und ihrer Lebensrealität zweifeln. Ganto ist der Antipode, der nach Glaubenssuche und nach Glaubensverlust im Diesseits angekommen ist und erkannt hat, was möglich und was nicht möglich ist. Die Auseinandersetzung zwischen Ganto und Marie spiegelt das Drama zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Die heile Welt, die Marie erwartet hat, bekommt an vielen Stellen Risse und einmal mehr zeigt sich, dass Utopien keine lange Lebensdauer aufweisen.

Fragen nach dem Sinn des Daseins, die Menschen zu allen Zeiten bewegen, werden in einer skurrilen und abenteuerlichen Weise hier abgehandelt. Die Autorin verdient Beachtung für ihr Werk!

Migliedermeinung

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