Nobelpreisträger Solschenizyn gestorben

Der russische Literaturnobelpreisträger von 1970 Alexander Solschenizyn ist gestern im Alter von 89 Jahren in Moskau gestorben.

Solschenizyns Hauptwerk war “Der Archipel Gulag”, in dem er mit Tausenden von Beispielen den stalinistischen Terror in der Sowjetunion darstellte. “All jenen gewidmet, die nicht genug Leben hatten, dies zu erzählen”, schrieb Solschenizyn über den “Versuch einer künstlerischen Bewältigung” des Lager-Systems.

Als ihm 1970 der Nobelpreis verliehen wurde, verweigerte ihm das Sowjet-Regime die Ausreise zur Preisübergabe.

Der literarische Angriff auf das Sowjetsystem brachte ihm 1974 die erneute Verhaftung und Ausweisung ein. Erste Station seines Exils war Deutschland, wo er von seinem Freund, Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll, empfangen wurde. Solschenizyn siedelte schließlich in die USA über und kehrte 1994 nach Russland zurück.

2007, Solschenizyn war schon schwer vom Alter gezeichnet, wurde ihm der Staatspreis, die höchste Auszeichnung Russlands, verliehen. Zu Sowjetzeiten hatte der Schriftsteller eine Ehrung durch das System stets abgelehnt – auch den Staatspreis.


Verfasst von Katja Krause am 04.08.2008.