Deutscher Buchpreis 2010: Jury nominiert 20 Romane

Die erste Auswahlphase ist abgeschlossen: Die Jury hat entschieden, welche 20 Romane für den Deutschen Buchpreis 2010 nominiert werden.
„Nach Monaten der Lektüre, in denen wir immer wieder auch Entdeckungen gemacht haben, haben wir lange und durchaus kontrovers diskutiert. Wir freuen uns, eine Longlist zu präsentieren, die ein breites Spektrum abdeckt: eine Vielfalt der Formen und Welten, die in die deutsche Provinz führen, aber auch nach Russland, Israel, ins ehemalige Jugoslawien, nach Paris oder Prag“, sagt Jurysprecherin Julia Encke, Literaturkritikerin bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Es sind Romane mit eigenwilligen Stimmen, Gesellschaftsporträts und erzählerische Experimente, sehr komisch manchmal, ohne dass sie ihre Figuren denunzieren. Es wird bestimmt nicht leicht sein, aus diesen Titeln eine Shortlist zu erstellen, die, auch in unseren Köpfen, noch überhaupt nicht feststeht. Erst einmal muss alles wieder von vorne diskutiert werden. Wir sind selbst gespannt“, so Encke.

In den letzten fünf Monaten wurden von den sieben Jurymitgliedern 148 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2009 und dem 8. September 2010 erschienen sind oder noch erscheinen.

Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

• Alina Bronsky, Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche (Kiepenheuer & Witsch, August 2010)

• Jan Faktor, Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag (Kiepenheuer & Witsch, März 2010)

• Nino Haratischwili, Juja (Verbrecher Verlag, März 2010)

• Thomas Hettche, Die Liebe der Väter (Kiepenheuer & Witsch, August 2010)

• Michael Kleeberg, Das amerikanische Hospital (DVA, August 2010)

• Michael Köhlmeier, Madalyn (Carl Hanser Verlag, August 2010)

• Thomas Lehr, September. Fata Morgana (Carl Hanser Verlag, August 2010)

• Mariana Leky, Die Herrenausstatterin (DuMont Buchverlag, Februar 2010)

• Nicol Ljubić, Meeresstille (Hoffmann und Campe, Februar 2010)

• Kristof Magnusson, Das war ich nicht (Verlag Antje Kunstmann, Januar 2010)

• Andreas Maier, Das Zimmer (Suhrkamp Verlag, September 2010)

• Olga Martynova, Sogar Papageien überleben uns (Droschl Literaturverlag, Januar 2010)

• Martin Mosebach, Was davor geschah (Carl Hanser Verlag, August 2010)

• Melinda Nadj Abonji, Tauben fliegen auf (Jung und Jung Verlag, August 2010)

• Doron Rabinovici, Andernorts (Suhrkamp Verlag, August 2010)

• Hans Joachim Schädlich, Kokoschkins Reise (Rowohlt Verlag, März 2010)

• Andreas Schäfer, Wir vier (DuMont Buchverlag, Februar 2010)

• Peter Wawerzinek, Rabenliebe (Galiani Berlin, August 2010)

• Judith Zander, Dinge, die wir heute sagten (Deutscher Taschenbuchverlag, September 2010)

• Joachim Zelter, Der Ministerpräsident (Klöpfer & Meyer Verlag, August 2010)

Von den Titeln der Longlist benennen die Juroren in einem nächsten Schritt sechs Titel für die Shortlist, die am 8. September 2010 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung am 4. Oktober 2010 erfahren die sechs Autoren, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht. Der Preisträger erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.


Verfasst von Katja Krause am 18.08.2010.