Michel Houellebecq erhält Prix Goncourt

Der französische Literaturpreis Prix Goncourt geht in diesem Jahr an Michel Houellebecq für seinen Roman “La carte et le territoire” (etwa: Die Landkarte und der Landstrich).
“Das ist ein komisches Gefühl, aber ich bin überglücklich”, sagte das ehemalige enfant terrible der französischen Literaturszene. Bereits 1998 und 2005 war er für den Preis nominiert.

Im Mittelpunkt des im Jahr 2035 spielenden Romans steht ein misanthropischer Maler namens Jed Martin, der einen Text für seinen Ausstellungskatalog von einem weltweit berühmten Schriftsteller verfassen lassen möchte – von Michel Houellebecq selbst, der in dem Buch ermordet wird.

Der 52-jährige Houellebecq gehört in Frankreich zu den bedeutendsten Schriftstellern der Gegenwart, wo er mit jedem seiner Werke bisher für Skandale und Kritik sorgte. Sein 1994 erschienener Debütroman “Ausweitung der Kampfzone” wurde zum gefeierten Bestseller. 1998 gelang ihm der internationale Durchbruch mit seinem Zweitwerk “Elementarteilchen”, das sich mit Themen wie Gentechnik und Pädophilie auseinandersetzt, in 20 Sprachen übersetzt und später durch Bernd Eichinger verfilmt wurde.

Obwohl nur mit zehn symbolischen Euro dotiert, ist der erstmals 1903 vergebene Prix Goncourt der begehrteste Literaturpreis Frankreichs.


Verfasst von Katja Krause am 09.11.2010.
 

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