Literatur-Nobelpreis 2011 für Tomas Tranströmer

Der Nobelpreis für Literatur geht 2011 an den 80-jährigen schwedischen Lyriker Tomas Tranströmer. Das teilte die Schwedische Akademie in Stockholm mit.

Der Preis gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung der Welt und wird seit 1901 fast jährlich vergeben. Im vergangenen jahr erhielt ihn der Peruaner Mario Vargas Llosa. Im Jahr zuvor die Deutsche Herta Müller.

Der von der Schwedischen Akademie vergebene Literaturpreis ist mit 10 Millionen Schwedischen Kronen (gut 1,1 Millionen Euro) dotiert. Er wird jeweils am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in Stockholm überreicht.

Tomas Tranströmer wurde 1931 in Stockholm geboren. Er studierte Literatur- und Religionsgeschichte sowie Psychologie. 1954 erscheint sein erster Gedichtband „17 dikter“ (17 Gedichte). Er experimentierte darin sogar mit Blankversen, bevorzugte aber späterhin freie Rhythmen. Seine nächsten beiden Bücher Hemligheter på vägen (Geheimnisse auf den Wegen, 1958) und Klangar och spår (Klänge und Spuren, 1966) verarbeiteten u.a. seine Erlebnisse auf Auslandsreisen nach Spanien, auf den Balkan, nach Afrika und in die USA. Auch Musik spielt eine Rolle, etwa in seinem poetischen Porträt Edvard Griegs oder Museumsbesuche, wie in seinem Gedicht “Ein Mensch aus Benin”, das von einem afrikanischen Kunstwerk im Völkerkunde-Museum Wien inspiriert wurde.
Ein Schlaganfall beeinträchtigte 1990 Tranströmers Sprachzentrum, aber er erholte sich gesundheitlich wieder. Mit dem Buch Sorgegondolen (Die Trauergondel) gelang Tranströmer 1996 ein besonderes Kunststück. Es verkaufte sich in einer Auflage von 30.000 Exemplaren auf dem kleinen schwedischen Buchmarkt. Tranströmer ist außerdem ein ausgewiesen begabter Amateurmusiker, der Orgel und Klavier spielt. Den stora gåtan (Das große Rätsel, 2004) befasst sich teilweise mit dem Thema des Todes, seinen Vorzeichen und Erfahrungen.

Tomas Tranströmer lebt mit seiner Frau Monica in Stockholm.


Verfasst von Katja Krause am 06.10.2011.