75. Jahrestag der Bücherverbrennung

Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz und an anderen zentralen Orten deutscher Städte war der Auftakt zur Vertreibung und Verfolgung zahlreicher vom NS-Regime verfemter Autoren: Ein barbarischer Akt, dessen Auswirkungen wir bis heute spüren.
Heute jährt sich dieses Ereignis zum 75. Mal.
Zum Gedenken fanden bereits zahlreiche Veranstaltungen statt. „Literatur auf dem Scheiterhaufen – Der Geist im Feuer“ lautete der Titel der zentralen Gedenkveranstaltung, mit der die Berliner Akademie der Künste, der Börsenverein, das P.E.N.-Zentrum Deutschland und der Verband deutscher Schriftsteller am gestrigen Freitagvormittag an die Vorgänge vor fünfundsiebzig Jahren erinnerten. Bundespräsident Horst Köhler hielt eine Rede, die mehr als Gedenktagsroutine war. Die Geschichte der Bücherverbrennung, sagte er, führe die „beschämende Tatsache vor Augen, dass die ersten Institutionen in Deutschland, in denen der Nationalsozialismus die Meinungsführerschaft und dann auch, etwa in Studentenausschüssen, die Mehrheit erobert hatte, die deutschen Universitäten waren.“ Schon lange vor der Machtübernahme hatten beflissene Bibliothekare schwarze Listen des „undeutschen Schrifttums“ erstellt, auf die 1933 zurückgegriffen werden konnte.

Welche Autoren mit welchen Büchern auf diesen Listen standen und ins Feuer geworfen wurden, kann man in dem Buch der verbrannten Bücher von Volker Weidermann nachlesen, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch.

Zudem erscheinen im Olms Verlag die ersten zehn Titel von insgesamt 120 aus der »Bibliothek Verbrannter Bücher« in einer Kassette. Weitere Informationen sowie die komplette Bücherliste sind unter www.verbrannte-buecher.de zu finden.


Verfasst von Katja Krause am 10.05.2008.