BookReporter auf der Leipziger Buchmesse 2008

BookReporter hat sich auf den Weg gemacht und sich in das Getümmel von Menschen gestürzt um Ihnen einen Eindruck von der Leipziger Buchmesse 2008 weiterzugeben.
Ähnlich wie der Bücherdschungel, in dem sich die Leser ständig zurecht finden müssen, war auch die Messe ein Dschungel von großen und kleinen Verlagen, von Veranstaltungen, die vielseitiger nicht sein können, von den verschiedensten Autoren und natürlich von Büchern und nochmals Büchern. Der Comic-Schwerpunkt der Messe sorgte zudem für ein bunt gemischtes Publikum, denn Fantasy-Fans von Comics und Mangas sah man überall in einfallsreichen Kostümen herumlaufen.
Besonders hervorzuheben ist der Bücherfrühling von Deutschlandradio Kultur, der wie jedes Jahr am Messesamstag stattfand. Neun Autoren und Autorinnen waren geladen, um jeweils 20 Minuten über ihr aktuelles Buch zu erzählen. Den sehr beschwinglichen und unterhaltsamen Anfang machte Axel Hacke mit seinem Buch „Wortstoffhof“, eine kuriose, intelligente, zum Lachen komische Sammlung von Wörtern von A wie Äh bis Z wie Zeitfenster und ihre Geschichte. Bleibt nur zu hoffen, dass es davon auch bald ein Hörbuch geben wird, vom Autor persönlich gelesen, denn die kurze Leseprobe, die Axel Hacke zum Besten gab, war mindestens noch einmal genauso lebhaft und unterhaltsam wie der Text selbst.
Anschließend präsentierte Michael Kumpfmüller seinen politischen Roman „Nachricht an alle“.
Es folgte Gila Lustigers „Herr Grinberg & Co“, das in einer Version für Kinder und einer für Erwachsene vorliegt. Sicherlich ein humorvolles, interessantes Buch über das Glück selbst, wo es ja sonst immer um Zerstörung und die negativen Seiten von Glück geht. Die seit gut 20 Jahren in Paris lebende Autorin las ein paar Fußnoten vor, die einen Hauptbestandteil ihres Romans ausmachen. Das Besondere jedoch, was dieses Buch auszeichnet, wurde nicht so ganz transportiert.
„In den Vereinigten Staaten von Afrika“ heißt der Roman von Abdourahman A. Waberi aus Djibouti, hinter dem sich eine interessante Anschauung auf die Welt verbirgt.
Für sensible, sanfte Töne sorgte anschließend Feridun Zaimoglu mit seinem Roman „Liebesbrand“. Und es ging natürlich um die Liebe und all ihre Arten und Auswirkungen.
Weitere Autoren, die im Rahmen des Bücherfrühlings ihre Bücher präsentiert haben, waren Marcel Beyer („Kaltenburg“), Friedrich Dönhoff („Savoy Blues“) sowie Amelie Fried („Schuhhaus Pallas“).

Dann konnte man Personen auf der Buchmesse treffen, die sonst eigentlich Handballtrainer, Schauspieler oder Musiker sind und sich neuerdings auch als Schriftsteller bzw. (Co-)Autoren in die Welt der Bücher drängen.
Ein Publikumsmagnet war sicherlich Winfried Glatzeder, bekannt aus dem Defa-Spielfilm „Die Legende von Paul und Paula“ und übrigens auch Gast des Bücherfühlings von Deutschlandradio Kultur. Zusammen mit Manuela Runge hat er nun seine Autobiographie geschrieben, die da heißt „Paul und ich“. Nebenbei erzählte er lustige und weniger lustige Anekdoten aus seinem Leben. Sicher ein interessanter Gast bei der Buchmesse, doch auch schwierig für die Moderatoren, die er kaum zu Wort kommen ließ.
Zudem konnte man Heiner Brand antreffen, Trainer der Handball-Nationalmannschaft, der mit seinem Buch „Auf meine Art“ unterwegs war, geduldig signierte und sich liebenswürdig mit seinen Fans unterhielt.
Vor Ort war ebenfalls die deutsche Pop-Gruppe Wir sind Helden, um ihr Tagebuch „Wir sind Helden – Informationen zu Touren und anderen Einzelteilen“ vorzustellen.
Viele Zuhörer fanden sich auch am Israel-Stand ein, als Assaf Gavron über seinen Roman „Ein schönes Attentat“ erzählt hat.
Interessant war das Interview am ZEIT-Stand mit der Autorin Katharina Hagena, die über ihr Erstling „Der Geschmack von Apfelkernen“ sprach. Dabei erzählte sie von ihrer Arbeit an dem Buch als auch über die darin enthaltenen Motive wie das Haus (mit dem sie ihr eigenes Kindheitshaus festgeschrieben hat) oder der Apfel (als für sie die schönste hiesige Obstart). Wer das Buch bereits gelesen hat, erhielt somit etwas Hintergrundwissen dazu. Ansonsten stellte sich die Lust darauf, das Buch unbedingt lesen zu müssen, nicht richtig ein.

Viele weitere Autoren wie Martin Kluger, Sebastian Fitzek, Bastian Sick, Jenny Erpenbeck, Fernseh-Nachttalker Jürgen Domian (der übrigens gestand, sein erstes Buch erst mit 18 gelesen zu haben), Friedrich Ani und, und, und … sorgten für ein abwechslungsreiches, publikumsorientiertes Programm, bei dem den Überblick zu behalten nicht immer ganz einfach war und man doch ständig die Qual der Wahl hatte.
Das Profil der Leipziger Buchmesse als nicht nur ein Treffpunkt der Bücherbranche, sondern vor allem auch als Publikumsmagnet zeigt sich auch dieses Jahr mehr als bestätigt.

Verfasst von Katja Krause am 15.03.08.