Frankfurter Buchmesse 2010: Tag 0

Bevor morgen die Messe so richtig startet, hier vorab schon mal ein paar Eindrücke und Informationen zum heutigen Dienstag, an dem bereits die Eröffnungspressekonferenz mit anschließendem Rundgang durch die Ehrengastpräsentation Argentiniens stattfand sowie die offizielle Eröffnungsfeier. Zu letzterer wurden Reden geschwungen, u.a. von Außenminister Westerwelle, der argentinischen Präsidentin Christina Fernández de Kirchner, die die Witwe Elsa Oesterheld, die Mitbegründerin der “Mütter der Plaza de Mayo” auszeichnete, und der in Argentinien populären Autorin Griselda Gambaro, die bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt wurde.

Der Rundgang durch die Ehrengastpräsentation, durch die die Direktorin des argentinischen Organisationskomitees, Magdalena Faillace, führte, verspricht ein interessanter, vielfältiger Auftritt zu werden, der auf ebenso aufregende und lehrreiche Veranstaltungen mit vornehmlich jungen argentinischen Autoren hoffen lässt, etwa 70 an der Zahl, die ohne die Messe mit dem diesjährigen Gastland wohl nicht ins Deutsche übersetzt worden wären.
Argentinien präsentiert sich in der eigenen Halle u.a. mit einem literarischen Labyrinth, das 45 Autoren Argentiniens vorstellt, sowie mit Dokumenten und Zeugnissen großer Persönlichkeiten, darunter Che Guevara, Evita Peron oder Diego Maradonna. Aber auch die diversen Naturlandschaften Argentienens und der Bereich der Wissenschaft und Technik kommen nicht zu kurz, so dass ein umfassender, vielseitiger Eindruck dieses Landes entsteht, der sich nicht nur auf die literarische Produktion beschränkt. Im Zentrum jedoch steht vor allem die Erinnerung an die Militärdiktatur und ihre Verarbeitung in der Literatur.

Zur Eröffnungspressekonferenz war Bestseller-Autorin Cornelia Funke gekommen, die auf der Buchmesse ihren frisch erschienenen Roman “Reckless” vorstellen wird. Zum zentralen Thema der Digitalisierung äußerte sie sich positiv aufgeschlossen. Sie liebt leidenschaftlich Bücher aus Papier und wird diese auch weiterhin lesen. Angesichts der Tatsache aber, dass sie zum Schreiben jedes neuen Romans rund 60 Bücher zur Recherche benötigt, wird sie für die Arbeit wohl zukünftig auf E-Reader zurückgreifen.

Worin sich alle Redner des heutigen Tages insgesamt einig zu sein schienen, war die Tatsache, dass der neue Trend zur Digitalisierung keineswegs das Buch als Print-Format verdrängen wird. Wie Buchmesse-Direktor Boos treffend sagte: Inhalte haben keine Grenzen, Geschichten und das Geschichten-Erzählen werden durch neue Formate vorangetrieben, denn letztendlich zähle der Inhalt.

In diesem Sinne können wir gespannt sein, was die kommenden Messe-Tage bringen werden und wie sich neue Plattformen, die dem Trend zu neuen, digitalen Formen gewidmet sind, entwickeln werden.

Weiter zum nächsten Tag…

Verfasst von Katja Krause am 05.10.10.