Frankfurter Buchmesse 2010: Tag 1

Tag 1 der Frankfurter Buchmesse. Der Besucherandrang hielt sich heute in Grenzen, so dass man noch angenehm von A nach B kommt, ohne sich durch die Menschenmassen schieben zu müssen.
Vielen Autoren konnte man bereits an diesem Tag begegnen: Jazz-Trompeter Till Brönner, den argentinischen Autoren Claudia Pineiro und Alan Pauls, Wladimir Kaminer, Ildefonso Falcones, Bernhard Sinkel, Frank Schätzing, Sascha Lobo und Literaturkritiker Hubert Winkels.

Der S. Fischer Verlag präsentierte heute das Buch “Tapfer lieben” mit bisher unbekannten persönlichen Aufzeichnungen, Gedichten und Briefen sowie vielen seltenen Fotos der Marilyn Monroe. Vorgestellt wurde das Buch, zu dem hier demnächst eine Rezension zu lesen sein wird, von den beiden Herausgebern Bernard Comment und Stanley Buchthal (Filmproduzent) sowie der Verwalterin des persönlichen Besitzes Marilyn Monroes, Anna Strasberg, die extra aus New York angereist war und berichtete, dass sie, obwohl seit über 40 Jahren in ihrem Besitz, die Dokumente vor gut 2 Jahren beim Aufräumen wiedergefunden hat.

Im Super-Schnelldurchlauf beurteilte Literaturkritiker Denis Scheck in einer knappen halben Stunde gefühlte 20 Bücher: zuerst die Warnungen, Bücher also, von denen er dringend abrrät, darunter Tommi Jauds “Hummeldumm” (“vulgär), Oliver Kahns Autobiographie (”Der Satz “Die Trennung von meiner Frau hatte nichts mit ihrer Person zu tun” zeige immerhin, dass Kahn das Buch selbst geschrieben habe und kein Ghostwriter am Werk war), aber auch Stephenie Meyers “Biss zum ersten Sonnenstrahl” (“selten dämlich und einfältig”, Stammelprosa"). Wenn schon ein Vampirroman, so Scheck, dann “Die Radleys” von Matt Haig, eine Empfehlung. Die Vergabe des Deutschen Buchpreises an Melinda Nadj Abonjis Roman “Tauben fliegen auf” nannte Scheck ein “weise Entscheidung der Jury”, wobei er zu kritisieren hatte, dass zwei der tollsten Romane der Saison zweier Autoren nicht auf der Shortlist standen: Thomas Hettche und Martin Mosebach. Empfehlen kann Denis Scheck auch den momentan mit viel Aufmerksamkeit bedachten Roman “Freiheit” von Jonathan Franzen, dem Scheck eine seltene Gabe attestiert: mit großer psychologischer Raffinesse die Figuren zum Leben erwecken.

In der Fotogalerie gibt es die Bilder des heutigen Tages.

Weiter zum nächsten Tag…

Verfasst von Katja Krause am 05.10.10.